{"id":1789,"date":"2022-08-10T14:06:54","date_gmt":"2022-08-10T14:06:54","guid":{"rendered":"https:\/\/resistance-international.de\/?p=1789"},"modified":"2022-08-10T14:06:54","modified_gmt":"2022-08-10T14:06:54","slug":"deutsche-polizei-toetet-4-menschen-in-einer-woche-was-steckt-dahinter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/resistance-info.de\/?p=1789","title":{"rendered":"Deutsche Polizei t\u00f6tet 4 Menschen in einer Woche! &#8211; Was steckt dahinter?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Dienstag, der 2. August in Frankfurt:<\/strong> Spezialkr\u00e4fte erschie\u00dfen einen 23-J\u00e4hrigen im Bahnhofsviertel.<\/p>\n<p><strong>Mittwoch, der 3. August in K\u00f6ln:<\/strong> Polizisten erschie\u00dfen den 48-J\u00e4hrigen Lousef B. in seiner zu r\u00e4umenden Wohnung, weil laut den Aussagen der Polizei Pfefferspray keine Wirkung gezeigt habe.<\/p>\n<p><strong>Sonntag, der 7. August in Oer-Erkenschwick:<\/strong> Die Polizei verletzt durch massive Gewalt einen 39-J\u00e4hrigen, sodass er im Krankenhaus stirbt. Auch bei ihm habe Pfefferspray nicht gewirkt.<\/p>\n<p><strong>Montag, der 8. August in Dortmund:<\/strong> Elf mit Pfefferspray und Tasern ausger\u00fcstete Polizisten versagen dabei, dem 16-j\u00e4hrigen Mohammed D. das Messer wegzunehmen und schie\u00dfen mit einer Maschinenpistole auf ihn. F\u00fcnf Sch\u00fcsse verletzen ihn t\u00f6dlich im Gesicht, am Arm, am Bauch und an der Schulter.<\/p>\n<p><strong>Warum die Polizei gef\u00e4hrlich statt hilfreich ist<\/strong><\/p>\n<p>Immer wieder sorgt die Polizei mit ihren Eins\u00e4tzen f\u00fcr Schlagzeilen, indem sie ihre Todesliste kontinuierlich weiterf\u00fchrt. Der sozial benachteiligte und oft migrantische Hintergrund der Get\u00f6teten zieht sich dabei wie ein roter Faden durch diese Liste. Zurecht fragen sich diese Menschen \u201eWer sch\u00fctzt uns vor der Polizei?\u201c, denn der Polizeiapparat ist gepr\u00e4gt von Rassismus und Gewalt gegen\u00fcber denen, die in der kapitalistischen Gesellschaft am meisten zu leiden haben. Das System macht die Menschen krank, sowohl k\u00f6rperlich als auch psychisch. Es raubt ihnen tagt\u00e4glich die Existenzgrundlage durch Ausbeutung, Entlassungen, Selektion, Perspektivlosigkeit und Diskriminierung. Infolge der Corona-Pandemie und besonders durch die aktuelle wirtschaftliche Krise hat sich diese Notsituation erheblich versch\u00e4rft.<\/p>\n<p>Die Wurzel dieser gesellschaftlichen Probleme nennt sich Kapitalismus, denn es handelt sich um ein Wirtschaftssystem, in dem Profit und Kapital klar \u00fcber den Bed\u00fcrfnissen des Menschen stehen. Die Aufgabe des Staates ist es, die Ordnung des kapitalistischen Systems mit allen Mitteln zu verteidigen. Aus diesem Grund richtet sich \u201eFreund und Helfer\u201c \u2013 der angeblich den B\u00fcrger:innen dienen soll \u2013 nicht gegen die tagt\u00e4gliche vom System verursachte Gewalt durch Ausbeutung, Inflation, Armut, Ungerechtigkeit, Unterdr\u00fcckung, Diskriminierung, Kriege oder Umweltzerst\u00f6rung. Stattdessen richtet er sich gegen die Menschen, die diese Umst\u00e4nde nicht mehr ertragen; in Frankfurt, K\u00f6ln, Oer-Erkenschwick, Dortmund und \u00fcberall. Eine L\u00f6sung bietet die Polizei nicht, sondern sie beseitigt diejenigen, die faktisch nach einer L\u00f6sung schreien.<\/p>\n<p><strong>Die Presse sch\u00fctzt die T\u00e4ter<\/strong><\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte R\u00fcckendeckung gibt es dabei von den b\u00fcrgerlichen Massenmedien, deren Berichterstattung sich in fast allen F\u00e4llen haupts\u00e4chlich auf die Pers\u00f6nlichkeit der Get\u00f6teten bezieht. Indem in Verbindung mit den zu Tode gepr\u00fcgelten oder erschossenen Opfern Schlagw\u00f6rter wie \u201eSuizid\u201c, \u201eDrogenkonsum\u201c, \u201epsychisch krank\u201c oder \u201egewaltbereit\u201c hervorgehoben werden, werden die Polizeiverbrechen indirekt gerechtfertigt. So auch bei den vier Get\u00f6teten der letzten Tage:<\/p>\n<p>Die <em><strong>Hessenschau<\/strong><\/em> schreibt in Bezug auf den Fall in Frankfurt von einem wohnsitzlosen 23-J\u00e4hrigen, \u201eder auf Grund von zahlreichen Straftaten, insbesondere der Gewalt- und Drogenkriminalit\u00e4t, polizeilich bekannt war\u201c.<\/p>\n<p>Der Titel des <em><strong>K\u00f6lner Stadt-Anzeigers<\/strong><\/em> lautet \u201ePolizei erschie\u00dft aggressiven Mieter bei Zwangsr\u00e4umung\u201c. Der abschlie\u00dfende Satz des Berichts ist erneut der Pers\u00f6nlichkeit des Opfers gewidmet und lautet \u201eIn der Nachbarschaft galt er als Einzelg\u00e4nger.\u201c Der <em><strong>Express<\/strong><\/em> betitelt das Ereignis unter anderem mit \u201eAnwohner erz\u00e4hlt schlimme Storys\u201d (\u00fcber das Opfer) und betont, dass Lousef B. ein arbeitsloser Mann mit russischer Staatsangeh\u00f6rigkeit war. Dies passt gut in das medial verbreitete Bild von einem aggressiven \u201eAusl\u00e4nder\u201c, der keinen Job hat und das Gesetz nicht achtet.<\/p>\n<p>Die <em><strong>BILD<\/strong><\/em> pr\u00e4sentiert das Opfer aus Oer-Erkenschwick im Titel als \u201eRandalierer (39)\u201c. Unter anderem spricht die Presse von Anhaltspunkten daf\u00fcr, \u201edass der Mann unter Drogeneinfluss gestanden habe. Au\u00dferdem berichtet sie von einer \u201eFrau in der Wohnung [\u2026], die sich selbst in Sicherheit bringen konnte.\u201c<\/p>\n<p>Der <em><strong>Spiegel<\/strong><\/em> l\u00e4sst anl\u00e4sslich des Falls in Dortmund Oberstaatsanwalt Dombert zu Worte kommen und berichtet: \u201eSo werde etwa untersucht, ob der Jugendliche suizidal gewesen sein k\u00f6nnte. Wollte er etwa von der Polizei erschossen werden?\u201c.<\/p>\n<p>Wie an diesen konkreten Beispielen zu sehen ist, werden die Opfer von der Polizei und der medialen Berichterstattung stets selbst zum T\u00e4ter erkl\u00e4rt oder ihnen wird eine Todessehnsucht zugeschrieben, wodurch den polizeilichen T\u00f6tungen auf gewisse Art eine Rechtfertigung geboten wird. Eine weitere Ironie stellt die Ank\u00fcndigung dar, dass zum Fall in Oer-Erkenschwick aus Neutralit\u00e4tsgr\u00fcnden die Dortmunder Polizei ermitteln soll, die in diesen Tagen selbst jemanden get\u00f6tet hat. Umgekehrt soll <span class=\"author-a-z65z6avz72zik7z73zz66zi8z74zpz80z9\">die in Oer-Erkenschwick verantwortliche Polizei<\/span> den Fall in Dortmund unter die Lupe nehmen. Kein Wunder, dass diese Information eine gro\u00dfe Emp\u00f6rung ausl\u00f6st und die Forderung nach einer unabh\u00e4ngigen Kontrollinstanz gegen die Polizei noch lauter werden l\u00e4sst. Schlie\u00dflich ist es eine bekannte Tatsache, dass sich die T\u00e4ter gegenseitig sch\u00fctzen, vor allem dann, wenn sie gleichzeitig im Rampenlicht stehen. Diese Forderung in die Tat umzusetzen und die Polizei f\u00fcr ihre Verbrechen zur Rechenschaft zu ziehen kann jedoch nur das Resultat einer breiten und organisierten Massenbewegung sein, die \u00fcber das linke Spektrum hinausragt und vor allem betroffene Menschengruppen mobilisiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dienstag, der 2. 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