{"id":1462,"date":"2021-11-15T15:07:13","date_gmt":"2021-11-15T15:07:13","guid":{"rendered":"https:\/\/resistance-international.de\/?p=1462"},"modified":"2021-11-15T15:07:13","modified_gmt":"2021-11-15T15:07:13","slug":"137-jahre-kongo-konferenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/resistance-info.de\/?p=1462","title":{"rendered":"137 Jahre Kongo-Konferenz"},"content":{"rendered":"<p id=\"magicdomid177\" class=\"ace-line\"><span class=\"\">An diesem Tag vor 137 Jahren begann die sogenannte \u201eKongo-Konferenz\u201c oder \u201eBerliner Konferenz\u201c. Auf Einladung des deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarcks hin<\/span><span class=\"author-a-hfdz79z90bz73zz84zz90zjyz77zz70zbz73z\">,<\/span><span class=\"\"> nahmen Vertreter der USA, des Osmanischen Reiches, \u00d6sterreich-Ungarn, Belgien, D\u00e4nemark, Frankreich, Gro\u00dfbritannien, Italien, Niederlande, Portugal, Russland, Spanien und Schweden-Norwegen <\/span><span class=\"author-a-hfdz79z90bz73zz84zz90zjyz77zz70zbz73z\">daran <\/span><span class=\"\">teil.\u00a0<\/span><\/p>\n<p id=\"magicdomid178\" class=\"ace-line\"><span class=\"\">Der Konferenz vorausgegangen war der \u201eWettlauf um Afrika\u201c. Nachdem der Kontinent mit der Erforschung des Kongobeckens 1877 komplett kartografiert war, besetzten und unterwarfen verschiedene Kolonialm\u00e4chte weitere Teile Afrikas. Das Ziel der Konferenz war diese, aber auch zuk\u00fcnftige Eroberungen v\u00f6lkerrechtlich abzusichern.\u00a0<\/span><\/p>\n<p id=\"magicdomid179\" class=\"ace-line\"><span class=\"\">Folgen<\/span><\/p>\n<p id=\"magicdomid180\" class=\"ace-line\"><span class=\"\">Der gesamte Kontinent wurde innerhalb von 30 Jahren unterworfen, denn das entstandene \u201eRegelwerk\u201c befeuerte den bereits andauernden \u201eWettlauf um Afrika\u201c und l\u00e4utete die \u00c4ra des Imperialismus ein. D<\/span><span class=\"author-a-hfdz79z90bz73zz84zz90zjyz77zz70zbz73z\">as bedeutete,<\/span><span class=\"\"> dass die Stellung als Gro\u00dfmacht und Kolonialmacht gefestigt und ausgebaut, neue Rohstoffquellen und Absatzm\u00e4rkte erschlossen werden sollten. Der starke Nationalismus und der angebliche Zwang zur Vergr\u00f6\u00dferung des eigenen Territoriums f\u00fchrte<\/span><span class=\"author-a-hfdz79z90bz73zz84zz90zjyz77zz70zbz73z\">n<\/span><span class=\"\"> zu K\u00e4mpfen der Kolonialm\u00e4chte um die verbliebenen \u201efreien\u201c Territorien. Dadurch entstand eine Aufr\u00fcstungs- und Gewaltspirale, die schlie\u00dflich im 1. Weltkrieg mit seinen verheerenden Folgen endete.<\/span><\/p>\n<p id=\"magicdomid181\" class=\"ace-line\"><span class=\"\">Obwohl viele Staaten nach dem 2. Weltkrieg ihre Unabh\u00e4ngigkeit erlangten, kann schwer von unabh\u00e4ngigen und selbstbestimmten Nationen die Rede sein. Denn die ehemaligen Kolonialm\u00e4chte halten die \u201esouver\u00e4nen\u201c Staaten in neokolonialen Abh\u00e4ngigkeiten. Das bedeutet, dass ehemalige Kolonien auch heute noch von ihren fr\u00fcheren Unterdr\u00fcckern ausgebeutet werden. Dies wird im Gegensatz zum Kolonialismus nicht mehr durch reine Waffengewalt durchgesetzt. Stattdessen werden deutlich subtilere Methoden angewendet: Durch Schulden, \u201eEntwicklungshilfen\u201c, das Gew\u00e4hren oder Nichtgew\u00e4hren von Krediten<\/span><span class=\"author-a-hfdz79z90bz73zz84zz90zjyz77zz70zbz73z\">,<\/span><span class=\"\"> setzen reiche Nationen ihr Interesse gegen\u00fcber \u00e4rmeren Nationen durch. Scheinbar neutrale<\/span><span class=\"author-a-hfdz79z90bz73zz84zz90zjyz77zz70zbz73z\"> und <\/span><span class=\"\">internationale Institutionen<\/span><span class=\"author-a-hfdz79z90bz73zz84zz90zjyz77zz70zbz73z\">,<\/span><span class=\"\"> wie der Internationale W\u00e4hrungsfonds, die Weltbank und die Welthandelsorganisation<\/span><span class=\"author-a-hfdz79z90bz73zz84zz90zjyz77zz70zbz73z\">,<\/span><span class=\"\"> sowie lokale Marionettenregierungen helfen bei der Interessensdurchsetzung. Zus\u00e4tzlich werden innenpolitische Konflikte, die auf die willk\u00fcrlichen Grenzziehungen ohne Ber\u00fccksichtigung der lokalen Bev\u00f6lkerung zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, unterst\u00fctzt. Die daraus folgende Destabilisierung von Regionen und Unterst\u00fctzung verschiedener Konfliktparteien ist ebenfalls ein beliebtes Mittel, um unliebsame (linke) Gegner auszuschalten und neokoloniale Interessen durchzusetzen. Insgesamt entstehen f\u00fcr betroffene Nationen viele Nachteile: Es werden Handelsabkommen zum klaren Nachteil \u00e4rmerer L\u00e4nder durchgesetzt, die Ausbeutung und Zerst\u00f6rung der Natur vorangetrieben und Arbeits- und Menschenrechte stark beschnitten.<\/span><\/p>\n<p id=\"magicdomid182\" class=\"ace-line\"><span class=\"\">Welche Lehren m\u00fcssen daraus gezogen werden?<\/span><\/p>\n<p id=\"magicdomid183\" class=\"ace-line\"><span class=\"\">Das Ergebnis der Befreiungsk\u00e4mpfe der unterdr\u00fcckten Nationen hat zwar zu einer formellen Unabh\u00e4ngigkeit gef\u00fchrt, die aber keiner wirtschaftlichen und politischen Souver\u00e4nit\u00e4t entspricht. Daher m\u00fcssen aktuelle und k\u00fcnftige Befreiungsk\u00e4mpfe auch einen antikapitalistischen Charakter haben. Denn nur die \u00dcberwindung des kapitalistischen Systems f\u00fchrt zu einer wirtschaftlichen und politischen Unabh\u00e4ngigkeit. Zus\u00e4tzlich hat die Geschichte wiederholt gezeigt, dass einzelne sozialistische Staaten einen schweren Standpunkt in einem kapitalistischen Umfeld haben. Daher m\u00fcssen Befreiungsk\u00e4mpfe auch immer international gedacht und erfolgreiche<\/span><span class=\"author-a-hfdz79z90bz73zz84zz90zjyz77zz70zbz73z\">r<\/span><span class=\"\"> antikapitalistische<\/span><span class=\"author-a-hfdz79z90bz73zz84zz90zjyz77zz70zbz73z\">r Widerstand<\/span><span class=\"\"> in andere Regionen exportiert werden.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An diesem Tag vor 137 Jahren begann die sogenannte \u201eKongo-Konferenz\u201c oder \u201eBerliner Konferenz\u201c. 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