{"id":1032,"date":"2020-10-03T09:50:12","date_gmt":"2020-10-03T09:50:12","guid":{"rendered":"https:\/\/resistance-international.de\/?p=1032"},"modified":"2020-10-03T09:50:12","modified_gmt":"2020-10-03T09:50:12","slug":"30-jahre-deutsche-einheit-die-folgen-des-mauerfalls","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/resistance-info.de\/?p=1032","title":{"rendered":"30 Jahre Deutsche Einheit &#8211; Die Folgen des Mauerfalls"},"content":{"rendered":"<p>Am 9. November 1989 fiel die Mauer. Knapp ein Jahr sp\u00e4ter, im Einigungsvertrag zwischen der BRD und der DDR, wird der 3. Oktober 1990 zum ersten Mal als Tag der Deutschen Einheit bezeichnet. Dies ist nun schon 30 Jahre her. 30 Jahre w\u00fctet der Kapitalismus erbarmungslos in den neuen Bundesl\u00e4ndern. Teilzeitarbeit, Zeitarbeit und ein niedrigerer Lebensstandard sind im Osten von Deutschland deutlich st\u00e4rker vorhanden. Der Fall<span class=\"text_exposed_show\"> der Mauer brachte den ehemaligen B\u00fcrgern der DDR zwar mehr &#8222;demokratische Grundrechte&#8220;, aber im selben Atemzug lernten sie dadurch die Arbeitslosigkeit kennen. Pl\u00f6tzlich entschieden der Wettbewerb und die Profitmaximierung \u00fcber die Lebensbedingungen der neuen B\u00fcrger der Bundesrepublik Deutschland. <\/span><\/p>\n<div class=\"text_exposed_show\">\n<p>Schlagartig vergriff sich das westdeutsche Kapital mit der Troika am Volkseigentum der DDR und pl\u00fcnderte somit den Osten aus. Dabei hatten sich die DDR-B\u00fcrger die Wiedervereinigung anders vorgestellt.\u00a0Sie hofften vom Wirtschaftswachstum der BRD profitieren zu k\u00f6nnen. Grundlegende Probleme wie Existenz\u00e4ngste, Massenarbeitslosigkeit und unfaire Entlohnung kamen hervor, die vorher unbekannt waren. Die alte Angst vor der Stasi wurde abgel\u00f6st &#8211; durch die neue Angst des Konkurrenzkampfes in den Betrieben. Privatisierungen und ein Zwei-Klassen-Gesundheitssystem geh\u00f6ren zu den weiteren Geschenken des westdeutschen Kapitals.<\/p>\n<p>Der westdeutsche Chauvinismus ist trotzdem noch allgegenw\u00e4rtig. Die eigene \u00dcberlegenheit wird oft durch das Bashing von Ostdeutschen deutlich gemacht. Bis heute sitzen in ostdeutschen Universit\u00e4ten und in den F\u00fchrungspositionen der Unternehmen mehrheitlich deutsche B\u00fcrger aus den alten Bundesl\u00e4ndern. Auch die Geh\u00e4lter der Arbeiter*innen unterscheiden sich zwischen Ost- und Westdeutschland enorm.<br \/>\nEine \u00e4hnliche Entwicklung hat sich auch in der politischen Landschaft bemerkbar gemacht. Somit werden Schl\u00fcsselpositionen in der Bildung, Wirtschaft und Politik in Ostdeutschland \u00fcberwiegend von Westdeutschen belegt.<\/p>\n<p>Diese Zust\u00e4nde ern\u00e4hren vor allem das politische Spektrum in Ostdeutschland. Die abgeh\u00e4ngten, isolierten und verzweifelten Personen n\u00e4hern sich dadurch dem Rechtspopulismus, der ihnen mit \u201eVolk und Boden\u201c wieder ein Gemeinschaftsgef\u00fchl verspricht. Der Rechtspopulismus ber\u00fchrt somit Bed\u00fcrfnisse, die der Neoliberalismus erst entstehen lie\u00df.<\/p>\n<p>Das Paradies und die Hoffnung, die der Kapitalismus versprach, werden jetzt von den Parteien versprochen, die sich am rechten Rand positionieren. Der Neoliberalismus, der alle Lebensbereiche den Machteliten unterwerfen m\u00f6chte, taucht \u00fcberall in Europa auf, wo sich zahlreiche Menschen nach einer Alternative sehnen. \u00c4ngste und \u00f6konomische Unsicherheiten, die der Mauerfall gebracht hat, haben eine berechenbare Lebensplanung zerst\u00f6rt. Flexibilit\u00e4t und die Unterwerfung an die kapitalistischen Produktionsbedingungen bieten keinen Platz f\u00fcr langfristige Planung der Ziele.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 9. 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