9. Juni 2026

Proteste und Eskalationen auf der ganzen Welt

Indonesien, Nepal, Frankreich und die USA

Letzte Woche berichteten wir über die Proteste in Indonesien, die dazu führten, dass Parlamentsgebäude und staatliche Institutionen niedergebrannt wurden. Diese Proteste halten immer noch an. Die Führung Indonesiens versuchte die Protestierenden zu beschwichtigen, indem sie mehrere Minister entlassen haben. Aber das reicht den Massen nicht aus. Weiterhin stehen sich die protestierenden Massen der Staatsgewalt in Form der Polizei gegenüber.

Nun sind diese Woche in Nepal, schließlich ausgelöst durch die Sperrung von mehr als 20 Social-Media-Plattformen, Proteste über das ganze Land gefegt. Das Parlamentsgebäude wurde niedergebrannt sowie Staatshäuser und private Wohnungen von hochrangigen Politiker:innen. Bspw. wurde die Villa eines Politikers geplündert der sich letzten Winter vor einem „Weihnachtsbaum“ aus Kartons von Luxusmarken ablichten ließ. Unter anderem wurden hochrangige Politiker und Führer des Landes durch die Straßen gejagt und gedemütigt, teilweise nackt durch Flüsse getrieben usw. Die Bilder dazu gingen durch die sozialen Medien weltweit. 

Grund der Zuspitzung in Nepal sind zum einen die immer größer werdende Schere zwischen Arm und Reich und der Rechtsruck der Politik, wobei die Politker:innen sich durch massive Korruption selbst die Taschen vollgemacht haben. Zum anderen besteht die politisch führende Kaste Nepals größtenteils immer noch aus den gleichen Menschen wie aus den Zeiten vor der Abschaffung der Monarchie (2008).

Die Proteste dort bestehen zum größten Teil aus Menschen der sog. „Gen Z“ bzw. aus Menschen die aktiv mit Social Media aufgewachsen sind und nehmen dadurch ganz andere Formen an. Sie sind teilweise extrem kämpferisch, unbeugsam und gut organisiert und teilweise gar nicht dem Ernst der Lage entsprechend. Es werden korrupte Politiker verfolgt und gleichzeitig werden TikTok Trends gefilmt während Wasserwerfer auf Demonstrierende sprühen. Dies macht ihren Protest und das Lauffeuer das dadurch entstehen kann nur noch stärker.

Zuletzt sind Proteste in Frankreich ausgebrochen. Zehntausende gingen auf die Straßen gegen den Sparkurs Macrons und gegen die Neubesetzungen der Ministerpositionen, vorangehend Lecornu als Premier. An allen Ecken und Enden, bei Krankenhäusern, KiTas und Schulen fehlt das Geld und gleichzeitig gibt die Aufstellung der neuen Minister und die durchgehend lahme und sparende Regierung nur noch mehr Signale in Richtung Verschlimmerung. In typisch französischer kämpferischer Manier kam es zu Ausschreitungen mit der Polizei und diversen Aktionen von Verbrennung von Mülltonnen, Autos usw. 

Und aktuell ist es auch zu einem weiteren Ereignis gekommen, das um die Welt ging. Der rechtsextreme, rassistische, menschenfeindliche amerikanische „Podcaster“ (eher Propagandist) wurde auf einem Event an der Utah Valley University erschossen. Er war bekannt dafür migrantischen Menschen, PoC, Frauen, eigentlich allen Gruppen die nicht in das Bild der „weißen Vorherrschaft“ passten zu entmenschlichen und ihnen den Niedergang zu wünschen. Er war ebenfalls gern gesehener Gast des US-Präsidenten Donald Trump und hatte großen Einfluss auf dessen Wählerschaft und besonders auf eine große Masse an Jugendlichen in den USA. Aber wie der Revolutionär Mao Zedong, dessen Todestag sich am 09.09. jährte, sagte: „Die politische Macht kommt aus den Gewehrläufen.“